Zur Abwechslung eine politisches Thema. Die ewig steigenden Krankenkassenprämien. Änderungen in Tarifen, der Bürokratie wie EFAS oder eine Einheitskasse sind höchstens Pflästerlipolitik und keine nachhaltige Lösung. Die Leute werden trotzdem Krank und brauchen die Herzoperation oder das teure Krebsmedikament. Im Gegenteil, oft haben solche Änderungen Kosten zb. müssen alle IT Systeme abgepasst werden. Die Kostenersparnisse gehen von irrelevant bis null und die Prämien werden Jahr für Jahr weiter ansteigen.
Prävention
Die Lösung ist in Theorie trivial: Prävention. Wer nicht krank wird, braucht keine Medikamente oder keine teure Operation. Je besser die Prävention, desto tiefer die Kosten. Logisch, einfach. Nur wie können wir Prävention fördern? Und besonders was wäre die Mitteilung an die Bevölkerung? Wer würde definieren, was gesund ist und was nicht?
Die Umsetzung
Tja, hier liegt das Problem. Wie fördert man die Prävention so stark, dass es einen messbaren Einfluss auf die Gesundheit hat?
Option 1: Regulierungen und Verbote
Das logische wäre ein Verbot von pflanzlichen Ölen und eine Regulierung von raffiniertem Zucker, wie zum Beispiel Warnungen wie auf Zigarettenschachteln. Das Problem hier ist, dass die Medizin und Ernährungsforschung einfach hilflos 30 Jahre in der Vergangenheit lebt und nach wie vor ungesättigte, pflanzliche Öle propagiert und gesättigte tierische Fette verteufelt. Solche Verbote zum Beispiel per Initiative durchzubringen scheint unmöglich. Zuviel Ideologie und finanzielle Interessen würden sich dem massiv widersetzten. Dazu ist diese Option auch unflexibel wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse verfügbar werden.
Option 2: Krankenkassenprämien an die Gesundheit koppeln
Dies scheint mit ein erfolgversprechender Weg auch im Sinne einer Versicherung. Höheres Risiko heisst höhere Prämien. Wer viel Geld für einen gesunden Lifestyle ausgibt, soll belohnt werden. Pauschalabzüge zb. für Fitnessabos hingegen kann man dann streichen.
Schwierig wird es sein einen Konsens zu finden, welche Laborwerte und Tests in Betracht gezogen werden, um die Gesundheit zu bestimmen. Besonders auch mit der Gefahr, das Menschen auf Ihre eigene Gefahr zu schummeln versuchen.
Werte, die sicher einfliessen müssen sind:
- Alter und Geschlecht
- Insulin (gefastet)
- Blutzucker (gefastet)
- small-dense LDL, HDL, Trigylceride (gefastet)
LDL-c selbst ist kein Risikofaktor, es ist die LDL Partikelgrösse, die entscheidend ist und dabei ist grösser = besser. Man lese dazu den Artikel über Lipoproteine.
Mögliche weitere Werte oder Tests:
- Viszerales Fett (Dexa-Scan als Gold Standard)
- Carotid Intima-Media Thickness (CIMT)
- Cornoary artery calcium scan (CAC)
Insulin und Blutzucker zusammen sind ein guter Indikator für metabolische Gesundheit. Dazu spielen diese eng zusammen. Es ist schwer, den einen Wert zu manipulieren ohne das der andere negativ beeinflusst wird. Diese Tests sind auch preiswert. Bezüglich Cholesterin muss nur getestet werden, was relevant ist, also small-dense (oxidiertes) LDL und das Verhältnis zwischen HDL und Triglyceriden.
Der Teufel liegt in den Details, aber ich sehe das so das man alle 5 Jahre ab 18 diese Testserie absolviert. Möglicherweise alle 10 Jahre ab 40 eine grössere Untersuchung mit CIMT und CAC. In einer zu definierenden Formel fliesst das dann in die Prämienberechnung ein. Die Kosten für diese Tests sind klein im Vergleich zu einer Herzoperation. Wer die Tests nicht macht, bekommt einfach eine Standardprämie, die so hoch ist wie jemand mit sehr schlechten Werten. Oder man kann es auch umgekehrt sehen, eine gute Gesundheit gibt eine Prämienreduktion.
Wer das Gefühl hat, deutlich gesünder geworden zu sein, kann die Tests auch vor den 5 Jahren auf eigenes Risiko wiederholen um so einen Prämienreduktion zu bekommen. Eigenes Risiko heisst hier, das man die Tests selbst zahlen muss, aber dann bei gutem Ergebnis deutlich mehr an Prämien spart.
Regelmässige Tests zeigen auch einen Verlauf auf und ermöglichen es eine Verschlechterung frühzeitig zu erkennen. Chronische Krankheiten besonders Diabetes Typ 2, kann Jahrzehnte voraus erkannt werden, dass man sich auf dem Weg dazu befindet. Somit macht es das dem Arzt einfacher Aufzuzeigen, das der Patient handeln muss. Die Prävention erfolgt also nicht nur durch finanzielle Anreize aber auch durch Früherkennung.
Was wäre der Vorteil dieser Kopplung?
Es werden keine Annahmen getroffen, welche Ernährung gesund ist. Einzig das Resultat zählt. Dies ist einerseits flexibler da man die Verbote nicht an neue wissenschaftliche Erkenntnisse anpassen muss. Da nur das Resultat zählt, die Gesundheitstests, fördert das die Diskussion unter der Bevölkerung, was hilft und was nicht. Es ist dann egal ob man vegan lebt oder Fleisch isst, solange das Ergebnis passt.
Es führt zu einem direkten finanziellen Anreiz für jeden einzelnen auf seine Gesundheit zu achten bereits in jungen Jahren. Dieser Anreiz fehlt momentan komplett. Neben einer gesünderen Ernährung wird sicher auch Rauchen und Alkohol skeptischer betrachtet werden. Dazu sollte man zurück zu den Wurzeln gehen und die Krankenkasse auch als Versicherung sehen. Höheres Risiko heisst höhere Prämien. Momentan sind Personen, die in Ihre Gesundheit investieren deutlich Benachteiligt, da sie genau gleich viel Prämien bezahlen wie Ungesunde im gleichen Alter.
Durch den finanziellen Anreiz werden viele nach optimalen Lösungen suchen und diese auch im Internet veröffentlichen. Die Informationen wie man gesund bleibt oder wird sind dann einfacher und unzensiert verfügbar. Durch eine bessere Verfügbarkeit dieser Informationen werden mehr Leute davon erfahren, besonders auch Ärzte könnten dazu angehalten werden, ihre Meinungen anzupassen und das so den Patienten weiterzugeben. Als Folge des finanziellen Anreizes werden so weniger Leute krank werden und dadurch wird man massiv an Kosten sparen durch weniger Operationen und weniger teuren Medikamenten. Prävention.


Schreibe einen Kommentar